Xenos

Kurzfilm

Mahdi Fleifel
2013, 12:00 min, Ton, Farbe
Großbritannien, Dänemark, Videonale 15

Krise trifft auf Krise, Flüchtlinge auf Rezession. Auf einer modernen Odyssee stranden Paläs- tinenser in Athen. Ihre Irrfahrt hat sie aus einem Flüchtlingslager im Libanon über Syrien und die Türkei in das Griechenland der Euro- krise geführt – einen Hafen, der sich als nicht viel ruhiger als die See entpuppt. In » Xenos « zeigt Mahdi Fleifel, wie Krieg und Krise, Nah- ostkonflikt und wirtschaftliche Rezession konvergieren. Den Themen, die längst zum täglich wiederholten Standard in den Nach- richten geworden sind, gibt Fleifel ein Gesicht: Die Flucht vor Krieg und Gewalt endet an einem Ort, an dem sich nicht einmal der Dieb- stahl lohnt, dessen Bewohner selbst mit dem täglichen Überleben kämpfen und an dem Drogen der einzige Weg sind, den Alltag zu überstehen. Zwölf Minuten lang dokumentiert der Film Hoffnungslosigkeit, versehrte Seelen und Körper. Gegen die Gewöhnung an das Hintergrundrauschen von immer neuen Zuspitzungen und Tiefpunkten, die die Bericht- erstattung dominieren, setzt » Xenos « die Störgeräusche aufgezeichneter Telefonge- spräche und das Bildrauschen schummeriger Nachtaufnahmen – Zeugnisse des Alltags der Flüchtlinge. Das Scheitern eigener Träume, enttäuschte Wünsche der Familien, Drogen-sucht und Prostitution. Mit all dem kämpfen die Protagonisten – all dies ist in » Xenos « zu einem Dokument über das Aufeinandertreffen von Krisen zusammengefügt. [Jan Harms]