Waterfall

Kurzfilm

Pedro Carcereri
2017, 11:19 min, Farbe
Brasilien

mit Dulcinela do Nascimento, Carlos Manuel, Kevyn Esteves, Ademar Azevedo

Pedro Carcereris Film beginnt mit dem Was- serfall im Kleinen: Wir hören ein Rauschen, sehen Maria, wie sie Stroh in einen Eimer füllt, und wie Wasser von oben herab tropft. Die Kamera zeigt uns Maria beim Putzen des Stalls und erinnert in ihrer Ruhe und Beiläufig- keit an einen Dokumentarfilm. Sie folgt Maria heimlich, versteckt sich hinter einem Zaun und wechselt ständig die Perspektive. Wir können uns nie sicher sein, ob wir den Film aus der Sicht eines Menschen, eines Tiers oder des Waldes sehen. Gleichzeitig bricht der Film auch mit diesem Stil, indem er die abs- trakte Bedrohung des Ortes zeigt, an dem Maria mit ihrer Familie lebt. Ihr Sohn und ihr Mann wollen fortgehen und auch Maria will ihnen folgen, muss sich jedoch zuerst von ihrem Wasserfall verabschieden. Traumhafte Szenen zeigen Maria im Wald, wo sie rätsel- haften Erscheinungen begegnet, die sie beobachten und von ihr beobachtet werden. Niemand spricht, doch die Bedrohung ist anwesend. Sind diese Menschen real oder entspringen sie Marias Imagination?

Vielleicht erzählt der Wald die Geschichte des vergossenen Bluts, das von der Hand eines Mannes tropft. Der Wasserfall lässt Maria schließlich heimkommen und gibt ihr die Ruhe, die ihr eigenes Bett ihr verwehrt. Er verwan-delt sie in ihre Doppelgängerin, eine junge Frau. Die Sehnsucht, welche Maria nach ihrem Wasserfall verspürt, kann als eine Sehnsucht nach ihrer Jugend, nach Ursprünglichkeit verstanden werden. In jedem Fall macht der Wasserfall sie zu einem Teil des bedroh- lichen Ortes, der auch ihr Haus durchdringt und ihre Träume heimsucht.