The Tales of Hoffmann

Langfilm

Michael Powell und Emeric Pressburger
1951, 128 min
2015, 136 min, 4K Restauration

mit Moira Shearer, Ludmilla Tchérina, Robert Helpmann
und Robert Rounseville

» You are about to see a picture that is very special to me. « Diese und weitere wertschätzende Worte richtet der Regisseur von » Taxi Driver «
und » The Wolf of Wall Street « Martin Scorsese einleitend an Michael Powells und Emeric Pressburgers Opernfilm » The Tales of Hoffmann « aus dem Jahr 1951. Gemeinsam mit Thelma Schoonmaker und Ned Price beaufsichtigte Scorsese die Restauration des Films, der ihn nachhaltig faszinierte. Die filmische Adaption der Phantastischen Oper » Les Contes d’Hoffmann « des deutsch-französischen Komponisten Jacques Offenbach von 1881, die auf drei Erzählungen des Dichters E.T.A. Hoffmann basiert, sei geradezu Musik und Tanz. Das Kinematographische, die Filmtechnik gerate dabei vollends in den Hintergrund. Das Theatrale indessen erscheint in » The Tales of Hoffmann « omnipräsent: Opulente Kulissen und in Falten geworfene Vorhänge arrangieren den Bühnenraum. Auf- und Abgänge der Darsteller*innen werden bewusst in Szene gesetzt. Spotlights akzen-
tuieren das tänzerische Geschehen. Masken, ob geschminkt oder aufgesetzt, sind fester Bestandteil der Kostümierung, Marionetten Teil der Dramatis Personae. In » The Tales of Hoffmann « engleitet dabei nicht nur die Grenze zwischen Theater und Film, sondern zugleich auch die zwischen Fiktion und Wirklichkeit: Auf der Suche nach der idealen Geliebten verfängt sich der Dichter Hoffmann in seinen eigenen Erzählungen » Der Sandmann «, » Die Geschichte vom verlor-
nen Spiegelbilde « und » Rat Krespel «, vergebens. Olympia, Antonia und Giulietta bleiben dem Dichter verwehrt. » Keine Kunst könnte solche Grazie besitzen «, heißt es im Akt um Olympia. Grazie muss ebenso der filmischen Adaption zugesprochen werden.