Noriyuki Kimura

Videokunst

Cinema
Noriyuki Kimura
Videodokumentation 2015, 5:00 min

Ein Performer in einer Kamera Obscura reflektiert das einfallende Licht mit Hilfe von Spiegeln, um Briefe an die Wand eines Zimmers zu schreiben. Er bewegt die Spiegel alle zehn Minuten zu den definier-ten Positionen und Winkeln. Die Performance hat eine Länge von drei Stunden. » Cinema « ist die Videodokumentation der Aufführung vom 21.04.2015 innerhalb der Filmwerkstatt Düsseldorf. Das Konzept der Idee entstand in einem sogenannten Blackout-Raum des Künstlers. Nach dem Unfall des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, im Jahr 2011 in Japan, schloss er alle Fenster und Türen und zog alle Vorhänge seines Hauses in Tokyo zu, weil er vor der Radioaktivität Angst hatte. Darüber hinaus war die Stromversorgung im Haus begrenzt. Die regelmäßige zyklische Bewegung des Sonnenlichts war im dunklen Raum stark wahrzunehmen. Er beobachtete eine bogenförmige Lichtlinie, die in täglichen Abständen auf dem Boden verfolgt werden konnte. Dann fing er an, einen Teil der bogenförmigen Lichtlinie mit Hilfe von Spiegeln an die Wand zu reflektieren und begriff allmäh-lich, wie sich die Bewegung des Sonnenlichtes auf die Wand pro- jizieren ließ. Ihm kam es vor wie Film-Editing, in der ein Cutter Frag- mente eines Ereignisses innerhalb eines bestimmten Zeitfensters organisierte. Hierbei wurden die Bewegung des Sonnenlichts genau analysiert und berechnet. Im Anschluss wurde der gesamte Prozess der Performance per Computer gespeichert und nachsimuliert. In der Videodokumentation folgte der Performer den simulierten Werten der Spiegelpositionen und Winkel.