Die Flutung von Viktoria

Kurzfilm

Ulu Braun
2004, 25:00 min, Ton, Farbe
Deutschland, Videonale 10

Mit einer bizarren Prozession feiern die Ein- wohner der Viktoria-Ebene ihre Umsiedlung, denn die Vorbereitungen für die Flutung
des Gebietes laufen auf vollen Touren. Eine Gruppe von Touristen durchquert mit dem Reisebus ein letztes Mal die traumhafte Wel- tenlandschaft, in der antike Trümmer und futuristische Gewächshäuser vom Fortschritts- glauben der menschlichen Kultur zeugen. Da kommt es zu einem Autounfall, und die Reisegruppe sitzt plötzlich ohne Aussicht auf Rettung in der Wildnis fest. Der utopische Ort Viktoria wird zum Schauplatz eines sur- realen Dramas, in dem archaische Motive und moderne Lebenswelten aufeinandertreffen.
Dieser Gegensatz zeigt sich auch bei den Protagonisten: während der weltgewandte Reiseleiter Henkel eine Tauch-Expedition in die künftige Unterwasserwelt plant, sehnt der schwermütige Reisende im gelben Anzug das Wasser als eine mögliche Rückkehr zu den Ursprüngen herbei. Die Umsetzung als Puppenfilm entrückt das bedrückende Sze- nario in eine spielerische, märchenhafte Atmosphäre, die von den ausdrucksstarken Gesichtern und den real bewegten Figuren getragen wird. [Stefanie Stallschus]